Wartung und Reinigung

16.03.2014

filterWie bereits berichtet sind uns einige Vergrößerer in die Hände gefallen, darunter auch ein Durst Modular 70 für Negative bis 6×7. Er scheint noch gut in Schuß zu sein, da er selten verwendet wurde, jedoch funktioniert die Beleuchtung der Filter nicht. Möglicherweise ist diese gar nicht so wichtig, aber man kann der Sache ja mal auf den Grund gehen. Die Reperatur war sehr einfach, weshalb auch Anfänger mit geringen Kenntnissen in Elektronik durchaus einen Versuch wagen können. Ein Lötkolben und ein feiner Schlitzschraubenzieher sind die einzigen beiden Helfer, welche zwingend nötig sind. Lötabsaugpumpe, Litze und dergleichen ist eigentlich gar nicht notwendig.

Der Übeltäter batterie

Nachdem das Gehäuse abgeschraubt ist, zeigt sich wer der Übeltäter ist. Die ausgelaufene Blockbatterie muß die Schuld auf sich nehmen. Die Reperatur erscheint einfach und kann mitels Lötkolben schnell behoben werden. Da jedoch noch die Batteriehalterung ausgerissen ist, muß erst einmal Ersatz angeschafft werden. 2 neue Lötstellen, das Ersatzteil und eine neue Batterie kann eingebaut werden. Es hätte schwieriger sein können. Bei der Gelegenheit bietet es sich gleich mal an das Innenleben Staubfrei zu bekommen und den Kasten ordentlich durchzuputzen. Das wäre geschafft!

durst_leiterplatte

bat_halter

 

 

 

 

 

Putztag

Durchputzen ist ein gutes Stichwort. Wir haben noch einige gebrauchte Jobo Dosen erhalten, welche jedoch in einem teilweise stark benutzten Zustand sind. Eine Reinigung wäre natürlich praktisch, da von manchen größere Brösel abbröckeln. Doch wie kriegt man die alten Filmrückstände runter?jobo_dosen Wir haben bereits einiges versucht um die Dinger wieder sauber zu kriegen, allerdings bisher nur mit mäßigen Erfolg. Zunächst haben wir eine Spülmaschine probiert. Diese Behandlung war allerdings nicht sonderlich erfolgreich und sicherlich lebensmitteltechnisch höchst vorbildlich. Auch eine Nacht im Gebissreiniger brachte keinen großen Erfolg.

Wir haben uns also ein wenig schlau gemacht und haben schließlich Kaliumpermanganat (KMnO4) gefunden. Ein sehr starkes Oxidationsmittel, welches in der Anwendung gefährlich sein kann, weshalb es als Gefahrengut gilt, allerdings die Rückstände möglicherweise lösen kann.

“Und wofür brauchen Sie das?!”

Ikmno4n der Praxis gestaltet sich das dann so, dass man etwas schräg in der Apotheke angesehen wird, wenn man mit einem solchen Kaufwunsch 10g des dunkelvioletten Pulvers kaufen möchte. Etwas Papierkram ist schließlich zu erledigen und man stapft schließlich 4 Euro ärmer für ein kleines Döschen davon. Es gibt im Internet Aquaristik- und Poolshops, welche das Zeug Eimerweise verkaufen, da es zb. auch Algenwuchs verhindert. Das nur nebenbei bemerkt, aber wer benötigt schon einen ganzen Eimer von dem Zeug nur zum Putzen für kleine Filmspulen? Wir rühren das Pulver also in einen Eimer und hoffen auf eine Wunderwirkung. Leider ebenfalls eine Fehlanzeige. Das Silberhalogenid und die ganzen anderen Verunreinigungen der Filmdosen bleiben auch nach 24 Stunden KMnO4 weiterhin haften.

kmno4_2Beim nächsten Versuch wird die gleiche Prozedur noch einmal durchgeführt, allerdings werden wir dann noch Schwefelsäure hinzugeben. Wir haben uns von drei Chemikern eine Beratung eingeholt, weshalb ich es Laien nicht empfehlen würde. Zieht euch auf jeden Fall alte Klamotten an. Ein Spritzer davon zerstört eure Kleidung da entstehender Braunstein Flecken verursacht und ein Tropfen davon im Grundwasser ist auch alles andere als prickelnd für Wasserorganismen. Eine Schutzbrille ist Pflicht und haltet Zündquellen fern da das Pulver extrem brandbeschleunigend ist. Mit Salzsäure sollte man es auch nicht mischen, da entsteht Chlorgas! Lasst also die Finger davon wenn ihr nicht wirklich wisst was ihr tut. Sollten wir die Sache mit der Schwefelsäure noch probiert haben, ich werde davon berichten.

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