Kameradichtungen

01.05.2015

Hier ein kurzer Bericht wie es mir erging bei meiner Instandsetzung meiner Pentax KX aus den 70ern. Erworben habe ich sie im Bestzustand für 25 Euro, allerdings mit dem Mangel eines nicht funktionierenden Belichtungsmessers. Dieser war jedoch sehr einfach zu reparieren, ausserdem habe ich alle Dichtungen getauscht. Würde mich freuen wenn es dem ein oder anderen vielleicht als Inspiration dienen würde.

Um das Gehäuse der KX zu öffnen sollte man zunächst das richtige Werkzeug haben. Kleine, feine Schraubenzieher sowie ein verstellbarer Spannschlüssel sind unabdingbar. Ausserdem sollten Reinigungsmittel wie Spiritus, Microfasertücher, Q-tips sowie Latexhandschuhe vorrätig sein um Verunreinigungen sauber und restlos zu beseitigen. Alternative Alkohole, schlierenfenfreie etc. sind ggf. jedoch besser. Für meine Zwecke reichte aber Spiritus. Zunächst müssen alle auf der oberen Seite des Gehäuses befindlichen Schrauben gelöst werden. Ein Sortierkasten hilft beim Lagern der teilweise sehr feinen Schräubchen.

Damit am Ende auch wieder alles an seinen richtigen Platz kommt ist eine Digitalkamera sehr behilflich um sich selbst die einzelnenen Schritte zu dokumentieren. Wichtig ist es die Stellung der Kamera in Bezug auf die Einstellung von Zeit und Isozahl sich zu merken. Am besten man rührt die Hebel nach dem Entfernen der Skalen nicht mehr an, damit man sich unnötige Arbeit erspart. Vorsichtig sollte man mit dem Spannschlüssel umgehen. Einige Schrauben sind linksläufig und relativ fest angezogen, weshalb man mit der “falschen” Richtung Schäden am Gewinde anrichten könnte. Nach und nach lässt sich das obere Gehäuseteil abheben und schließlich kommt das Prisma, die Mechanik sowie der Belichtungsmesser zum Vorschein. In meinem Fall war es nicht nötig Bauteile des Belichtungsmessers zu tauschen, sondern den Kontakt wieder in die richtige Stellung zu bringen. Möglicherweise hatte ihn eine Erschütterung aus der korrekten Position gebracht, weshalb kein Kontakt mehr herzustellen war.

Nachdem der Belichtungsmesser wieder funktionierte fing ich an alle nun zugänglichen Kameradichtungen zu entfernen. Über die Jahre hinweg wurde der verwendete Schaumstoff langsam schmierig und porös, weshalb es teilweise recht mühselig war den komplett alten Grind zu entfernen. Geholfen hat mir hier normaler Spiritus, welcher allerdings nicht ungehindert ins Gehäuse tropfen sollte, weshalb mit Wattestäbchen und allerlei fusselfreien Wattepads gearbeitet wurde. Ausserdem finde ich Zahnreinigungsbesteck äusserst praktisch um auch in kleine, schwierig zu erreichende Lücken zu gelangen. Zahnstocher sind übrigens auch äusserst praktisch. Nachdem der gröbste Dreck entfernt war, habe ich das Prisma ausgebaut, allerdings nur mit Handschuhen um auch keine Fettabdrücke zu hinterlassen.


Das Prisma war ebenfalls noch mit einem Streifen Schaumstoff ummantelt, der sich jedoch mit Zahnstochern und anderen nicht kratzenden Hilfsmitteln relativ leicht lösen ließ. Nachdem alle Dichtungen entfernt waren, ging es zum Zuschneiden der neuen. Ein Stahllineal und eine neue, saubere Skalpellklinge helfen beim Schneiden der teilweise nur 1 mm breiten Streifen.


Das Einkleben der neuen Dichtungen erfordert viel Geduld und ein ruhiges Händchen. Ein erfahrener Kameramechaniker verriet mir den Tipp er verwende für Dichtungen teilweise keinen Schaumstoff oder Neopren sondern einfaches, schwarzes Wollgarn. Dieses wird passgenau eingefädelt und mit transparenten Glaskleber bestrichen damit es fixiert wird. Für zittrige Personen mit weniger Geduld die schnell ein Ergebnis haben wollen vielleicht eine sehr kostengünstige Alternative. Nachdem alle Dichtungen getauscht waren, wurde das Gehäuse noch einmal ordentlich durchgepustet um etwaige Brösel des alten Schaumstoffs zu entfernen. Schließlich habe ich noch die beweglichen Teile mit Silikonöl vorsichtig geschmiert wobei man hier natürlich fachsimpeln könnte welches Öl nun wirklich das Beste ist. Nun konnte das Gehäuse wieder geschlossen werden und alle Schrauben kamen wieder an ihre angestammten Plätze.